 Inhalt
1. Beschreibung der Rahmenbedingungen
2. Zur Konzeption des Computereinsatzes an der Geitelschule
3. Projekte und Klassenunterricht
3.1 Hompage
3.2 Geitelino
3.3 Computer in den Klassen
4. Schulinterne Lehrerfortbildung
5. Abschließende Bemerkungen |

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 Projektbericht im Word 6.0 Format als ZIP-Datei (6,4 kb) Projektbericht der Grundschule Am Geitelplatz
Eine Grundschule auf der Suche nach der pädagogischen Dimension des Internets
Die Grundschule Am Geitelplatz, Wolfenbüttel wurde im Rahmen der zweiten Förderphase (Schuljahr 97/98) von SAN gefördert. Die Idee, auch das Internet in das Netzwerk der Grundschule Am Geitelplatz einzubeziehen, war im Grunde eine logische Folge des Vernetzungsgedankens, der den Computereinsatz an der Geitelschule prägt.
Der Projektleiter begann 1997 damit, eine kleine Anzahl vernetzter Rechner (Ethernet, Token Ring) im Förderunterricht und für Schreibprojekte einzusetzen. Auf seine Initiative hin und mit Hilfe örtlicher Firmen, des Schulvereins, der Schulleitung und tatkräftiger Hilfe von Eltern und des Hausmeisters ist es mittlerweile gelungen, sämtliche 10 dritten und vierten Klassen, die Schülerbücherei und den Lehrmittelraum in das Netzwerk einzubeziehen.Die Einbeziehung des Verwaltungstraktes und der 1. und 2. Klassen ist vorgesehen. Im Moment (Oktober 98) sind fünf Klassen mit Computern (386er/486er) ausgestattet. Die anderen Klassen werden in den kommenden Monaten folgen, falls weitere Geräte durch Sponsoren zur Verfügung gestellt werden.
Daneben verfügt die GS Am Geitelplatz über einen kleinen Computerraum, in dem 14 vernetzte ältere 386er/486er Rechner über einen Server (Pentium 166) bedient werden. Auf diesen Linux-Server kann auch von den einzelnen Klassenräumen zugegriffen werden. Ein kleiner Netzdrucker steht im Computerraum. Er soll seinen Platz später im Lehrmittelraum finden.
Unser Hauptproblem sind im Augenblick unsere veralteten Geräte. Die im Grundschulbereich dringend erforderliche Multimedia-Software, aber auch audiovisuell anspruchsvolle Lernsoftware und Internet-Applikationen verlangen nach mehr Hardwarekapazitäten als uns derzeit zur Verfügung stehen.
Der Internet-Zugang wurde Ende November 1997 gelegt. Es dauerte danach allerdings noch einige Wochen, bis die ISDN-Karte unter Linux konfiguriert und eingerichtet war. Mittlerweile kann von sämtlichen Rechnern - auch von denen in den Klassen - auf das Internet zugegriffen werden. Die Einrichtung eines Proxy-Servers ermöglicht es uns, in einem geschützten Bereich offline zu surfen und nur bei Bedarf online zu gehen.
Die E-Mailadresse wird derzeit vom Projektleiter verwaltet. Wir planen allerdings die Einrichtung von E-Mailadressen der Lehrerinnen und Lehrer sowie der 3. und 4. Klassen.
Durch Presseberichte, unsere Homepage und Elterninformationen ist unser Konzept in der Region mittlerweile bekannt. Einige Firmen haben uns Rechner und Monitore gespendet und uns bei der Einrichtung des Netzwerkes unterstützt. Ein ortsansässiger Computerhändler stellt uns für unsere Homepage kostenlos Speicherplatz zur Verfügung. Darüber hinaus haben uns viele Einzelspender mit Hardware unterstützt. Über unseren Schulverein können Spendenquittungen erstellt werden. Die Anschaffung des Servers, der Einbau von CD-ROM-Laufwerken und Soundkarten wurde vom Schulverein finanziert.
Wir versuchen mit Hilfe des Computerlernens, Grundschulkinder in den Schlüsselqualifikationen Kreativität, Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit, Selbständigkeit, Medienkompetenz sowie der Fähigkeit zu vernetzendem Denken zu fördern. Technischer Ausgangspunkt dieser Ziele ist der Gedanke einer vernetzten Schule. Unser Ziel ist, jeden Klassenraum, die Schülerbücherei und die Schulverwaltung in dieses Netz einzubeziehen. Die Einbindung (noch nicht existierender) örtlicher und regionaler Netze soll in Zukunft möglich sein. Im Prinzip ist auch der häusliche Zugriff auf das Netz möglich. Wir praktizieren dies schon jetzt, wenn unser Linux-System durch einen Netzwerkspezialisten nachkonfiguriert werden muss. Er loggt sich in der Regel von seiner Firma aus in unser System ein. Unsere pädagogische Konzeption basiert auf drei Grundgedanken:
- Einsatz der Neuen Technologien, um gezielt mit geeigneter Lernsoftware Schülergruppen zu fördern (Förderaspekt).
- Einsatz der Neuen Technologien als Schreib- und Gestaltungsmittel sowie als Mittel der Kommunikation mit anderen (Kreativitäts- , Kooperations- und Kommunikationsaspekt).
- Einsatz der Neuen Technologie als multimediale Infothek mit Zugriffmöglichkeiten auf elektronische Lexika und das Internet (Vernetzungsgedanke).
Die vom Projektleiter erstellte Homepage der Schule wird regelmäßig durch besondere Schülerbeiträge ergänzt. Es handelt sich dabei meist um Berichte von Klassenfahrten oder anderen herausragenden Ereignissen im Schulleben. Die Kinder schreiben ihre Texte selbst, besprechen diese in der Klasse und geben sie dann zur Veröffentlichung auf der Homepage frei. Als Textverarbeitungsprogramm verwenden wir die Programme Creative Writer und das TextMaker. Die Übersetzung in HTML erfolgt im Moment noch durch den Projektleiter, da wir noch keine Programme besitzen, die auch von Kindern intuitiv bedient werden können
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Der Förderunterricht an der Geitelschule ist so organisiert, dass alle Schüler einer Jahrgangsstufe entsprechend ihrem Förder- bzw. Forderbedarf betreut werden. Für leistungsstarke Kinder bieten wir im 3. und 4. Schuljahr darüber hinaus eine Schülerzeitungs-AG an. Die Kinder planen jeweils den Inhalt einer Geitelino-Ausgabe in den Redaktionssitzungen, schreiben ihre Beiträge am Computer und verschönern sie mit eigenen oder eingescannten Zeichnungen und Bildern. In Redaktionssitzungen werden die Beiträge kritisch besprochen und müssen dann erneut überarbeitet werden. Erst danach erfolgt die Herstellung der Print-Ausgabe, die an alle Kinder der Geitelschule verteilt wird. Parallel dazu wird die Online-Version erstellt, indem die Schülerbeiträge, Zeichnungen und Bilder in eine vom Projektleiter vorbereitete HTML-Vorlage eingefügt werden. Die Mitglieder der Schülerzeitungsredaktion stellen sich auf einer eigenen Internet-Seite vor und sind über die E-Mail-Adresse der Schule und einen Briefkasten vor dem Computerraum erreichbar. Derzeit arbeiten rund 25 Kinder an der Schülerzeitung mit. Nach einiger Eingewöhnungszeit arbeiten die Kinder sehr selbständig an ihren Beiträgen. Sie helfen sich untereinander und sind sehr kritisch bei der Besprechung der Beiträge. Da sich aufgrund unserer Homepage schon andere Grundschulen mit uns in Verbindung gesetzt haben, planen wir auch einen Austausch von Artikeln und E-Mail-Kontakte mit anderen (Grund-)Schülerzeitungen.
Im LAN der Schule kann von jedem Schülerrechner auf Daten des Servers zugegriffen werden. Wir beabsichtigen, den Server mit weiteren CD-ROM - Laufwerken auszustatten, um von den Klassenräumen aus Zugriff auf kindgemäße Mulimedia-Nachschlagwerke zu ermöglichen. Da jeweils auch auf das Internet zugegriffen werden kann, können diese Recherchen durch entsprechende Funde im WWW ergänzt werden. In einem fächerübergreifenden Unterricht bieten sich eine ganze Anzahl möglicher Themenbereiche an, über die sich die Kinder mit der Hilfe multimedialer Werkzeuge informieren können: Um nur einige zu nennen: Wetter, Pflanzen und Tiere, Indianer, Dinosaurier, Umweltverschmutzung, Vorbereitung einer Klassenfahrt und die Ermittlung von Einwohnerzahlen Wenn die Klassen über je eigene Mailadressen verfügen, können per E-Mail Anfragen direkt an andere Schulen verschickt werden und Klassenpartnerschaften auf nationaler und internationaler Ebene geknüpft werden.
Das Kollegium der Geitelschule besteht aus 33 Lehrkräften, darunter drei Männern. Da der typische Computer- bzw. Internetnutzer bekanntlich männlich und unter vierzig ist, hatte das Kollegium einen erheblichen Fortbildungsbedarf in Fragen der Neuen Technologien. Seit 1997 treffen sich zwischen 13 und 16 Kolleginnen vierzehntägig zu einem vom Projektleiter organisierten Computerkurs. Neben einer Einführung in die Betriebssysteme DOS und Windows lernten die Teilnehmerinnen auch verschiedene Lern- und Förderprogramme kennen. Mittlerweile wird der Computerraum von einer ganzen Anzahl dieser Lehrkräfte genutzt, um mit kleinen Schülergruppen zu arbeiten (COFÖ=computerunterstützter Förderunterricht). Viele der Teilnehmer haben ihre anfängliche Scheu vor dem Computer überwunden, was sich auch daran zeigt, dass nun auch ein (oder zwei) eigene Rechner im Klassenraum gewünscht werden. Seit Beginn des Schuljahres 98/99 wird diese schulinterne Lehrerfortbildung von SAN im Rahmen einer Projektförderung mit dem Ziel unterstützt, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu befähigen, die Angebote des Internets für den eigenen Unterricht und die Unterrichtsvorbereitung zu nutzen. Hierzu wird nach Abschluss der Maßnahme ein entsprechender Bericht folgen.
Als (noch) Einzelkämpfer für das Computerlernen an einer Grundschule steht man immer in der Gefahr, von dem technischen Aspekt der EDV überrollt zu werden. Gespendete Hardware - wir suchen sie ja schließlich händeringend! - muss umgerüstet werden, für den Einsatz im LAN müssen Netzadapter eingebaut und konfiguriert werden, neue Software muss installiert und für das Netzwerk konfiguriert werden und wehe der Boot-Sektor-Virus schlägt wieder zu! Häufig ist der Projektleiter als Autodidakt und fortgeschrittener Anwender dann überfordert. Die Lösung mancher im nachhinein banaler Probleme kostet unendlich viel Zeit, die sich möglicherweise mit spezieller, für Schulen optimierter Netz-Software, Inverstitionen des Schulträgers in neue multimediafähige Hardware und durch die Einstellung von Netzwerkspezialisten reduzieren ließe.
Die Implementierung eines derartig anspruchsvollen Konzepts braucht Zeit. Es ist für die einzelne Schule wichtig, sich erreichbare Ziele zu setzen und den zu veranschlagenden Zeitraum bis zur Erreichung der Ziele realistisch einzuschätzen. Ohne eine kontinuierliche schulinterne Lehrerfortbildung, die nicht nur die Vermittlung technischer Fähigkeiten zum Inhalt haben sollte, sondern auch die pädagogischen Fragen des Internet-Einsatzes reflektieren muss, macht der Computereinsatz an einer (Grund-)Schule keinen Sinn. Aufgabe des Kollegiums muss es daher sein, in den kommenden Jahren, dass pädagogische Konzept der Schule im Hinblick auf die Einbindung der Neuen Technologien und des Internets weiterzuentwickeln.
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