 Inhalt
1. Ziele
2. Projektbeschreibung
3. Verlauf der Fortbildungsmaßnahme
4. Abschließende Bewertung
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 Projektbericht im Word 6.0 Format als ZIP-Datei (92 kb) Projektbericht der Grundschule Am Geitelplatz
Eine Grundschule auf der Suche nach der pädagogischen Dimension des Internets
Thema: Schulinterne Lehrerfortbildung an der GS Am Geitelplatz mit dem Ziel, das Kollegium mit den Angeboten des WWW vertraut zu machen. Das Kollegium soll qualifiziert werden, den Internet-Zugang im eigenen Unterricht und zur Unterrichtsvorbereitung zu nutzen.
Bei der beantragten Fortbildungsmaßnahme handelt es sich um die Fortsetzungen einer regelmäßig stattfindenden schulinternen Lehrerfortbildung mit dem Ziel das Kollegium zu befähigen, die Angebote und Möglichkeiten des WWW zu nutzen. Insbesondere sollen die beteiligten Lehrkräfte Grundkenntnisse über den Aufbau von LAN´s und des WWW erwerben. Sie sollen den Umgang mit der entsprechenden Software (Browser, E-Mail-Programme) erlernen, mit einfachen Mitteln eigene Internet-Seiten erstellen und diese im Intranet der Schule (Geitelnetz)und später auf der Homepage (http://www.forum-wf.de/Geitelschule) veröffentlichen sowie den Einsatz des Internets im Rahmen eines fächerübergreifenden Unterrichts reflektieren und didaktische Modelle der Umsetzung erarbeiten.
2.1 Adressaten Das Kollegium der Grundschule Am Geitelplatz besteht aus 33 Lehrkräften. Der Projektleiter führt seit Beginn des Jahres in vierzehntägigem Rhythmus eine schulinterne Lehrerfortbildung am Nachmittag durch. Die Resonanz auf diese Maßnahme ist überaus gut und das Kollegium ist bereit, sich mit der neuen Materie auseinanderzusetzen und weiterzubilden. 2.2 Hardware Die Grundschule Am Geitelplatz verfügt zwar nicht über die modernste Hardware, trotzdem liegen alle Voraussetzungen vor, um im Kollegium auch mit größerer Teilnehmerzahl am Computer zu arbeiten. Die Schule verfügt derzeit über 6 386er und 7 486er Rechner in einem Token-Ring bzw. Ethernet-Netzwerk im Computerraum der Schule. Beide Netzwerke werden von einem Server unter Linux bedient über den unser Internet-Zugang via ISDN läuft. Geplant ist ein Ausbau des Netzwerkes. In der Endstufe sollen sämtliche 3. und 4. Klassen, die Schülerbücherei und der Musikraum (12 Client-Rechner) mit dem Server über das Ethernet-Netzwerk verbunden werden. Dies kann natürlich nur schrittweise geschehen. Der Schulträger hat allerdings schon signalisiert, uns bei der Vernetzung zu unterstützen. Die Schule steht in Kontakt mit Sponsoren aus der Region mit dem Ziel, weitere Rechner für die Klassen zu erwerben. 2.3 Software Die Clientrechner laufen alle unter Windows 3.11. Als Browser ist derzeit z. T. Netscape 2.0 installiert. Wir experimentieren im Moment allerdings auch mit Opera, da Netscape auf unseren 386er-Rechnern nicht zufriedenstellend läuft. Von allen Arbeitsplatzrechnern besteht die Möglichkeit über unsern Server auf das Internet zuzugreifen. Einfache HTML-Editoren (Freeware) stehen ebenfalls zur Verfügung.
Die Fortbildungsmaßnahme erstreckt sich über 6 Nachmittage. Sie baut auf den bisherigen Fortbildungsveranstaltungen auf, die das Kollegium in die Arbeit mit den Rechnern unter DOS und Windows eingewiesen haben. Die Veranstaltungen finden in der Regel im vierzehntägigem Rhythmus statt und dauern etwa drei Stunden. Im Dezember und Januar (Weihnachtsfeiern/Zeugnisse) fand keine Fortbildung statt. 3. 1 Verlauf der Fortbildungsmaßnahme
1. Fortbildungsnachmittag, 5.10. 1998
Vortrag: Das Internet - Das Netz der Netze Medien: Folien, Computerprojektion Stichpunkte: Vernetzung, Datenfernübertragung, Zugang zum Internet am Bsp. Geitelschule, Relevante Dienste: E-Mail, World-Wide-Web Surfen im LAN. Homepage der GS Am Geitelplatz Software: CD Floh, Offline Surfen im Internet
2. Fortbildungsnachmittag, 9.11.98
Medien: Computer, Folien, Projektion Stichpunkte: Was ist ein Browser? Einführung in den Aufbau eines Browsers am Beispiel von Opera. Adressenvergabe, Aufbau einer URL, Surfen im Netz nach schulisch relevanten Adressen.
3. Fortbildungsnachmittag, 16.11.98
Medien: Computer, Folien, Projektion Arbeit mit Suchmaschinen Stichpunkte: Kennenlernen wichtiger Suchmaschinen, Vorteile sog. Meta-Suchmaschinen, Eingabe von Suchbegriffen, Suchen nach Adressen für Themen aus dem Bereich des Sachunterrichts
4. Fortbildungsnachmittag, 30.11.98
Medien: Computer, Folien, Projektion Dienste im Internet: FTP, E-Mail, Newsgroups Verfassen und Versenden einer E-Mail im Intranet der Schule
5. Fortbildungsnachmittag, 01.02.99
Medien: Computer, Folien, Projektion Herstellen einer eigenen Internet-Seite mit Hilfe eines HTML-Editors Vorstellen eines einfachen Editors (T-online Hompepage Editor) Erstellen einer eigenen Seite der Kursteilnehmer Senden der fertigen Seiten via FTP an den Server und Präsentation im Intranet
6. Fortbildungsnachmittag, 01.03.99
Medien: Computer, Folien, Projektion Nutzungsmöglichkeiten des Internets für die pädagogische Arbeit an einer Grundschule. Projekt: "Wetter". Einbindung der Informationsmöglichkeiten des WWW am Beispiel einer Unterrichtseinheit zum Thema "Wetterbeobachtung und -voraussage" Projekt: Indianer, Projekt: Dinosaurier, Niedersachsen. Vorbereitung einer Klassenfahrt
Die Fortbildungsmaßnahme erstreckte sich über einen Zeitraum von fast einem halben Jahr. Erfreulich war die insgesamt große Kontinuität des Teilnehmerkreises. Die Kolleginnen blieben - trotz vereinzelter frustrierender Erlebnisse - bei der Sache und ließen sich nicht entmutigen. Die Ziele des Kurses konnten insgesamt erreicht werden. Der Lernzuwachs war unterschiedlich groß und hing letztlich auch davon ab, ob die jeweilige Lehrkraft zu Hause über einen eigenen Rechner verfügt und im Kurs behandelte Strukturen am häuslichen Rechner ausprobieren konnte. Da mittlerweile fast alle 3. und 4. Klassen mit Rechnern und E-Mail/Internet-Zugang ausgestattet sind, konnten die Erfahrungen im Kurs aber auch mit den Rechnern im Klassenraum vertieft werden. Hier zeigte sich allerdings, dass die Angst, sich ohne die Hilfe des Seminarleiters an die Computer zu wagen, bei einzelnen Kolleginnen noch immer sehr groß ist. In einigen Klassen können aber schon erfahrene Kinder weiter helfen. Ich beobachte mit Interesse, wie Lehrkräfte und Kinder gemeinsam an Erfahrung gewinnen. Es wird sicherlich notwendig sein, das Kollegium bei zukünftigen Vorhaben beratend zu begleiten und insbesondere bei der Erstellung von HTML-Dokumenten zu unterstützen. Ein bisher nur unbefriedigend gelöstes Problem ist die Einbeziehung der Arbeit am Computer in den "normalen" Unterricht. Viele Kolleginnen beklagen, dass für die Arbeit am Computer zu wenig Zeit sei und allenfalls die schnelleren, leistungsstarken Kinder die Möglichkeit haben, am Computer zu arbeiten. Dies verursacht Unzufriedenheit unter den Kindern. Zum Teil liegt dies sicherlich auch daran, dass wir im Moment in den Klassen jeweils erst einen Rechner installiert haben. Mit dem Ausbau der Ausstattung werden noch mehr Kinder am Computer arbeiten können. Da im Rahmen des regulären Förderunterrichts in vielen Klassen die Computer relativ regelmäßig zum Einsatz kommen, haben die leistungsschwachen Kinder ebenfalls ausreichende Möglichkeiten die Arbeit mit Rechnern kennen zu lernen. In einigen Klassen sind E-Mail-Dienste eingerichtet worden, die wöchentlich wechseln, so dass alle Kinder der Klasse an die Reihe kommen. Allerdings hat sich herausgestellt, dass das Durchhaltevermögen der Kinder nicht sehr groß ist. Nach einigen Briefwechseln lässt das Interesse sehr schnell nach. Hier muss von Seiten der Lehrkräfte erinnert und ermutigt werden. Die pädagogischen Möglichkeiten des E-Mail-Einsatzes werden von allen Beteiligten hoch eingeschätzt. Viele in den Rahmenrichtlinien für Deutsch und Sachunterricht genannte Lernziele lassen sich mit Hilfe von E-Mail-Projekten verwirklichen. Exemplarisch seien genannt: RRL, Deutsch · Mitteilungen verfassen · Karten und Briefe an Verwandte und Bekannte schreiben · Eigene Meinungen in einfacher Form begründen · sich Geschichten ausdenken und aufschreiben, dabei sprachliche Mittel bewusst einsetzen RRL, Sachunterricht · Auskünfte einholen, ergänzen, vergleichen, festhalten · Vorgänge beobachten, beschreiben, deuten, beurteilen Weitere Einsatzmöglichkeiten werden sich sicherlich eröffnen, wenn die beteiligten Klassen und Kolleginnen mehr Erfahrungen mit den Möglichkeiten des Internets gewonnen haben. Während des letzten Fortbildungsnachmittags am 01.03.99 wurde intensiv über Einsatzmöglichkeiten in der Grundschule nachgedacht. Der Versuch, den Begriff Medienkompetenz für die Primarstufe inhaltlich zu füllen, führte zu folgendem Ergebnis:
Was bedeutet Medienkompetenz in der Grundschule?
1. Kommunizieren im Intranet/Internet 1.1 E-Mail-Austausch mit Partnerklassen, - schulen 1.2 E-Mail-Projekte 1.2.1 Bandwurmgeschichten 1.3 Informationsbeschaffung per E-Mail 2. Zusammenarbeit in Projekten im Intranet/Internet 2.1 Bandwurmgeschichten im Intranet/Internet 2.2 Tier- und Pflanzenprojekte Bsp.: http://home.t-online.de/home/I.Wiesler/tierte.htm 2.3 Projekt Naturdetektive http://www.lo.san-ev.de/natdet1_innen.htm 2.4 Wetterprojekt http://www.dwd.de 3. Informationssuche im Intranet/Internet 3.1 Thema Niedersachsen: Städte, Nationalparks, etc. 3.2 Vorbereitung einer Klassenfahrt 3.3 Dinosaurier 3.4 Wetter 3.5 Sonnenfinsternis 1999 3.6 Expo 2000 4. Präsentationen im Intranet/Internet 4.1 Arbeitsergebnisse im Intranet/Internet vorstellen Kritisch wurde von den TeilnehmerInnen auf folgende Aspekte hingewiesen: - Kinder brauchen für die Arbeit mit den neuen Medien viel Zeit. Diese fehlt im Laufe eines Schulvormittags.
- Kinder sind der Informationsflut hilflos ausgeliefert. Wie können sie lernen, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden?
- Die Lesefähigkeit der Kinder ist nicht immer ausreichend, um am Bildschirm sehr lange Texte zu lesen bzw. zu überfliegen und auf ihre Relevanz zu beurteilen.
- Wie können lernschwache Kinder beteiligt werden?
Auf ausdrücklichen Wunsch der TeilnehmerInnen wurde darauf verzichtet, im Anschluss an jede Veranstaltung Fragebögen auszufüllen. Dies erfolgte erst nach Abschluss der Fortbildungsmaßnahme. Die beiliegenden Fragebögen spiegeln ein insgesamt positives Ergebnis des Lehrgangs wider. Von fast allen TeilnehmerInnen wird eine Fortsetzung gewünscht und die Bereitschaft signalisiert, auch daran teilnehmen zu wollen. Wir werden dies in Form eines Arbeitskreises tun, der sich weiterhin vierzehntägig treffen wird. Allerdings soll nun eher die unterrichtliche Umsetzung der oben formulierten Leitideen im Vordergrund stehen. Wir beabsichtigen, einen intensiven Erfahrungsaustausch zu pflegen und Unterstützung bei der Umsetzung von Unterrichtsvorhaben unter Einbeziehung des Internets anzubieten. Erst die kommenden beiden Schuljahre werden zeigen, ob es gelingt, die Angebote des Internets pädagogisch sinnvoll in die Unterrichtsarbeit an einer Grundschule einzubinden. Wolfenbüttel, den 28.04.99
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