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Interviews mit den Schulleitern der drei Gymnasien in Wolfenbüttel

Weil ich bald die weiterführende Schule besuchen werde, kam mir die Idee, dass ich doch die Schulleiter der drei Wolfenbüttler Gymnasien interviewen könne, um mir eine besseres Bild zu machen. Und dies ist das Ergebnis.

Ich habe mithilfe von Herrn Adam die E-Mail-Adressen herausbekommen und so Kontakt aufgenommen. Frau Schade, Herr Ordon und Herr Ensthaler waren bereit, ein Interview zu geben.

Die fertig abgetippten Interviews schickten wir dann die jeweiligen Schulleiter, die das Ganze dann noch mal redigierten.



Frau Schade, Gymnasium im Schloss

Zuerst interviewten Marieke Späh und ich am 9. Juli Frau Schade. Da es unser erstes richtiges Interview war, waren wir besonders nervös. Doch dann wurden wir in Frau Schades Büro gerufen, und dann ging es.

Geitelino:
In welcher Weise hebt sich Ihre Schule von den anderen ab?

Frau Schade:
Ich denke du meinst unser Gymnasium zu den beiden anderen Gymnasien? Vorab – an allen Gymnasien sollen die Schüler befähigt werden, das Abitur zu machen. Daran arbeiten wir gemeinsam. Es gibt doch auch kleine Unterschiede und die kleinen Unterschiede liegen in den ganz besonderen Angeboten, die eine Schule macht. Bilingual z.B. bieten wir nicht an, auch kein Spanisch . 

G:
Ich glaube, mit Spanisch meinen Sie das THG, oder?

Frau Schade:
Ja, das THG bietet Spanisch an, wir bieten Latein und Französisch als zweite Fremdsprache an sowie Griechisch als AG und ab und zu auch Portugiesisch. Als besondere Angebote gibt es bei uns, wie Du sicherlich weißt, sehr viel im musisch-künstlerischen und naturwissenschaftlichen Bereich: die Orchesterklasse und Profilklassen in den Klassenstufen 7-9. Da gibt es die IT-Klassen mit eigenem Laptop, Designerklassen also, dann die naturwissenschaftlichen Klassen und die künstlerisch-musischen Klassen mit Theaterelementen. Das sind Besonderheiten, die es nicht überall gibt. Jede Schule hat etwas Besonderes, aber alle haben das gleiche Ziel, euch optimal zu fördern und euch zum Abitur zu bringen.

G:
Sie meinten eben die Profile, oder?

Frau Schade:

Ja, die Profile in der 7. bis 9. Klasse, darin unterscheiden wir uns. In der Oberstufe arbeiten wir gemeinsam. Nun, da wir die größte Oberstufe haben, bieten wir auch das größte Spektrum an Wahlmöglichkeiten. In Wolfenbüttel gibt es in der Oberstufe gemeinsame Kurse, so dass alle Schüler ihre Wünsche erfüllt bekommen können – fast alle jedenfalls.

G.:
Auf welcher Schule waren Sie?
Frau Schade:
Auf dem Gymnasium für Mädchen in Cuxhaven, heute Lichtenberg-Gymnasium. Cuxhaven liegt an der Nordsee, dort, wo die Elbe in die Nordsee mündet.

G.:
Wie finden Sie es, dass in Wolfenbüttel vielleicht eine Gesamtschule gebaut werden soll?

Frau Schade:
Das ist eine Frage, auf die ich gerne eingehen will. Ich finde, dass wir in Wolfenbüttel schon ganz tolle Schulen haben, die auch ganz viel leisten. Unsere Gymnasien nehmen rund 50% aller Schüler und Schülerinnen auf, wir bieten Ganztagsangebote, wir haben viele AG´s, wir schaffen Binnendifferenzierung, individuelle Lernförderung, wir machen schon eine ganze Menge, was sicherlich auch in den Gesamtschulen gemacht wird. Ich kann mich inhaltlich dazu schlecht äußern, weil ich die Gesamtschule als solche nicht genau genug kenne. Ob wir sie wirklich brauchen, kann ich daher nicht beurteilen.

G.:
Wie ist Ihre persönliche Meinung dazu?

Frau Schade:
Ich habe nichts gegen Gesamtschulen, ich kann aber nur für unsere Schule sprechen.

G.:
Was halten Sie von dem neuen Konzept Ganztagsschule?

Frau Schade:
Das halte ich für sehr wichtig. Schule muss sich heute so verändern, dass sie vom Lernort mehr zum Lebensort wird. Ganz viele Schülerinnen und Schüler gehen gern zu Schule, weil sie sich dort mit ihren Freunden treffen, sich in der Klasse wohl fühlen. Zur Schule gehen hat auch zeitlich eine ganz andere Bedeutung bekommen. Unterricht am Nachmittag z.B. heißt, dass wir neben vernünftigen Mittagsangeboten auch Freizeitangebote schaffen, für Entspannungsmöglichkeiten sorgen müssen. Hausaufgaben in der Schule anfertigen – warum nicht? Dafür werden wir Räume und auch Ansprechpartner zur Verfügung stellen. Du hörst, ich begrüße den Weg zur Ganztagsschule ganz ausdrücklich.

G.:
Welchem Beruf würden Sie nachgehen, wenn nicht Lehrer?

Frau Schade:
Ich glaube, ich wäre in die Forschung gegangen.

G.:
Welche „Forschung“?

Frau Schade:
Eindeutig Physik!

G.:
Schätze mal, das war ihr Lieblingsfach, oder?

Frau Schade:
Das war mein Lieblingsfach in der Schule. Und ich habe es liebend gerne studiert, ich bin immer noch begeistert und immer noch neugierig, was es noch zu entdecken gibt.

G.:
Was denken Sie darüber, dass es nur noch 12 Schuljahre gibt?

Frau Schade:

Ich glaube, dass die Schülerinnen und Schüler, die diese 12 Jahre durchlaufen, so pfiffig sind, dass sie es gut bewältigen werden. Wir, sprich wir Lehrkräfte, und auch die Eltern, wir müssen uns erst einmal daran gewöhnen, dass für die Vorbereitung auf das Abitur weniger Zeit zur Verfügung steht. Das funktioniert sicherlich nicht ohne Verzicht auf bestimmte Inhalte. Es ist politisch gewollt, dass die Schüler ein Jahr früher in das Berufsleben eintreten oder in das Studium oder in das Ausland gehen. Für die Umsetzung sind wir verantwortlich – bislang ist es uns ganz gut gelungen.

G.:
Aber es gibt doch sicherlich auch Lehrer, die nicht so gut mit dem Stoff durchkommen.

Frau Schade:
Das kann in Ausnahmen mal passieren - bei 12 Schuljahren und auch bei 13 Schuljahren. Im Ergebnis ist es gleich. Wenn es zu solchen Situationen kommt – aus welchen Gründen auch immer, reagieren wir schnell und bessern gleich nach.

G.:
Haben Sie schon mal die Schule geschwänzt?

Frau Schade:
Ehrliche Antwort? Ja, einmal mit der ganzen Klasse.

G.:
Als Schüler oder als Lehrer?

Frau Schade:
Als Schüler. Wir waren in der 12. Klasse.

G.:
Haben Sie Hobbys?

Frau Schade:
Ja, ich treibe gerne Sport, das ist mein vorrangiges Hobby und das zweite ist schon fast Schule. Ich habe nämlich zu nichts anderem mehr Zeit.

G.:
Eine letzte Frage habe ich noch: wer wird Europameister?

Frau Schade:
Wer wohl, Deutschland natürlich!

Lukas Michels und Marieke Späh

Herr Ordon, Theodor-Heuss-Gymnasium

Am 13. Juli führten Marieke Späh und ich das zweite Interview mit Herrn Ordon.

Geitelino:
In welcher Weise hebt sich ihre Schule von den anderen ab?

Herr Ordon:
Also grundsätzlich sind unsere Schulen in gewisser Weise gleich, wir haben alle ein umfangreiches Unterrichtsangebot für ihre Schüler, man kann an allen drei Wolfenbüttler Gymnasien ein gutes Abitur machen. Darin unterscheiden wir uns nicht von den anderen Gymnasien, wir haben aber so einige Schwerpunkte. Einer unserer Schwerpunkte ist das Angebot im bilingualen Unterricht. Bilingual heißt, dass ein oder zwei Fächer in englischer Sprache unterrichtet werden, und wir sind die einzige Schule in Wolfenbüttel, die dieses Angebot von Klasse 6 bis zum mündlichen Abitur macht. Und aus dem Grunde können die Schüler, die diesen Kurs belegen und auch andere Voraussetzungen erfüllen, eine besondere Auszeichnung bekommen, die kriegen ein Zertifikat bestätigt, das nennt sich „Zertilinguar“, das ist so ein Exzelenzlabel für besonders gute Schüler, mit denen man Vorteile hat, wenn man im Ausland dann studieren will. Und und der andere Schwerpunkt unserer Schule, das ist das darstellende Spiel, das wir in der Obertstufe sehr intensiv machen, wir haben gut ausgebildete Kollegen, die dann mit ihren Schülern schon das Land Niedersachsen vertreten haben, also zu erst mal haben sie den ersten Platz in Niedersachsen gewonnen, und wir haben auch schon mal, vier, fünf, sechs mal an diesem Wettbewerb teilgenommen und Niedersachsen vertreten. Das sind so die Schwerpunkte, das Sonderprofil vom Theodor-Heuss-Gymnasium.

G:
Auf welcher Schule waren sie?

Herr Ordon:
Ich bin zunächst mal in Hildesheim geboren, und bin in Hildesheim zur Schule gegangen.1960 kam ich aufs Scharnhorst-Gymnasium. Meine Eltern sind dann 1965 nach Wolfenbüttel gezogen, und dann hab' ich hier am THG angefangen, und habe dann auch hier später mein Abitur gemacht.

G:
Wie finden sie es, dass es in Wolfenbüttel vielleicht eine Gesamtschule geben soll?

Herr Ordon:
Ich sehe für eine Gesamtschule in Wolfenbüttel überhaupt keine Notwendigkeit. Gesamtschulen sind ein ganz normaler Typ, der aber, wie ich finde, in Wolfenbüttel überhaupt keine Berechtigung hat, weil wir an den bisherigen oder an den weiterführenden Schulen derartig umfangreiche Angebote haben, dass die nicht auf Gesamtschulen ergänzt werden können. Zum Anderen weiß man ja auch, dass Gesamtschulen von ihrer Schülerschaft her eher Haupt- und Realschüler anziehen, und von daher eigentlich keine Konkurrenz für Gymnasien sind, aber ich halte sie für völlig überflüssig, denn wir haben für alle Schüler die entsprechenden Angebote, und von daher brauchen wir diese Schule in Wolfenbüttel nicht.

G:
Was halten sie von dem neuen Konzept, „Ganztagsschule“?

Herr Ordon:
Ja, das Konzept ist eigentlich eine gute Idee, Grundlage dieses Konzeptes war ja, dass wir die Stundentafel in der Mittelstufe auf bis zu 34 Stunden erhöht haben, und dass dann für die Schüler die Notwendigkeit besteht, nachmittags in der Schule zu sein. Und auf dieser Grundlage haben wir auch geplant, in Wolfenbüttel und in unserer Schule ein Ganztagsangebot einzurichten.Jetzt wird es aber wohl darauf hinaus laufen, dass ist das, was man aus dem Kultusministerium hört und in der Zeitung ließt, dass die Stunden in der Mittelstufe auf 32 Stunden begrenzt werden sollen, so dass man diese 32 Stunden natürlich auch auf 5 Tage und zweimal auf die 7. Stunde bekäme. Und dann bräuchte man unter Umständen dieses Ganztagsangebot nicht. Wenn ich jetzt an meine Schüler denke, da sagen viele: „Ja, die Fahrschüler, die kommen jetzt schon so zwischen zwei und drei nach hause, wenn wir jetzt noch länger in der Schule sind, dann haben wir für Freizeitaktivitäten keine Zeit mehr, Sport und ähnliche Dinge. Und von daher müssen wir jetzt noch überlegen, ob sich diese Veränderung der Stundentafel auswirkt. Wir meinen aber auch, dass wir für unsere Schüler ein Angebot zum Mittagessen machen, so dass sie, wenn sie hier acht Stunden oder sieben Stunden sind, trotzdem die Gelegenheit haben, mal etwas zwischendurch zu essen, damit sie nicht verhungern.

G:

Welchem Beruf würden sie nachgehen, wenn nicht Lehrer?

Herr Ordon:
Das ist eine schwere Frage, weil ich, seit ich sechzehn bin; mich entschlossen habe, Lehrer zu werden. Von daher ist Lehrer für mich der Traumberuf, ich würd' das auch noch mal wieder machen, denn es hat mir immer sehr viel Spaß gemacht. Ja, ansonsten, was könnte ich mir noch vorstellen, irgendwas mit Jura vielleicht, so Staatsanwalt, Richter das könnte ich mir auch vorstellen, aber eigentlich ist der Lehrer mein Traumberuf.

G:
Was denken sie darüber, dass es nur noch zwölf Schuljahre gibt?

Herr Ordon:
Ja, also ich bin Anhänger von 13 Schuljahren, weil ich glaube, dass die Schüler innerhalb von dreizehn Jahren mit der entsprechendenm Muße dann ihren Stoff lernen können. Andererseits halte ich es für durchaus machbar, dass man das Abitur nach zwölf Jahren macht. Andere Länder machen das auch, von daher ist das völlig vertretbar, es gibt immer Schüler, die schneller sind, die schneller lernen, von daher kann man es auch nach zwölf Jahren machen. Es ist wie gesagt meiner Meinung nach keine Glaubensfrage. Ich kann das gut vertreten, dass man nach zwölf Jahren Abitur macht, weil ich weiß, dass unsere Schüler das auch schaffen, die Schüler sind lernwillig, fleissig, engagiert, es macht Spaß sie zu unterrichten, aber ich persönlich finde so 13 Schuljahre nicht schlecht, weil ich immer gemerkt habe, dass die Schüler im letzten Jahr, so im 13. Jahr, wenn sie dann 18, 19 sind doch mit ihrer persönlichkeit her weiter entwickelt sind, reifer entwickelt sind da geben sich oder gaben sich ab und zu noch mal Gelegenheiten, mit den Schülern noch mal Dinge zu besprechen, zu diskutieren, vielleicht für jüngere Schüler noch nicht so, geeignet sind.

G:
Sie sagten, dass andere Länder auch nur zwölf Schuljahre haben, aber die sind doch gewissermaßen im Vorteil, denn in Frankreich oder irgendwo in Skandinavien lernen die Kinder doch schon in der Vorschule Lesen und Schreiben, die sind doch schon viel fortgeschrittener, die haben doch Vorteile im Gegensatz zu uns, da macht das nichts, aber wir lernen doch erst frühestens mit fünf Jahren das alles?

Herr Ordon:
Also, die Entscheidung über zwölf Schuljahre haben nicht die Kultusminister getroffen, sondern die Finanzminister, und wenn man das weiß, kann man ja vermuten, dass die Überlegung, das alles um ein Schuljahr zu kürzen, eingeführt wurde, das hatte finanzielle Gründe, nicht Gründe, die, sagen wir mal den Inhalt, betreffen. Wir hatten ja früher schon mal zwölf Schuljahre, und haben dann in den Anfangsjahren der Bundesrepublik, das ganze auf 132 Jahre verlängert. Und warum zwölf oder dreizehn Jahre wird bei uns nicht diskutiert, wir diskutieren darüber, ob nicht unsere Schüler viel zu alt sind, wenn sie das Studium beginnen, aber die Disskussion ist auch ein bisschen, also ich find' sie nicht so überzeugend, früher, als man noch als Abituriend 18 Monate zur Bundeswehr oder 24 Monate zum Ersatzdienst gehen musste, da kamen ja unsere Abiturienten auch sozusagen später an die Universität und später ins Berufsleben. Nun ist der Bundeswehrdienst auf 9 Monate reduziert, der Ersatzdienst ist auch erheblich kürzer, von daher hat man sicher schon eine ganze Menge getan, damit unsere Schüler früher ins Berufsleben kommen.

G:
Haben sie schon mal die Schule geschwänzt?


Herr Ordon:
Als Lehrer nicht, als Schüler hab' ich das schon mal gemacht, ich hatte da immer einen ganz guten Grund, ich konnte dann immer sagen, weil ich Mitarbeiter der Schülerzeitung war, damals hieß das SFV – Schülermitverantwortung, sowas was heute der Schülerrat ist, habe ich dann immer meinen Lehrern erklärt, dass ich wasb für die Schülerzeitung zu tun hätte oder für den Schülerrat, und da habe ich dann schon mal 'ne Stunde abgeklemmt.

G:
Haben sie Hobbys?

Herr Ordon:
Ja, also ich lese gerne, ich treibe sehr viel Sport, ich spiele seit 20 Jahren jeden Freiteg Hallenfußball, mein eigentliches Hobby ist Hockey, ich habe früher Hockey gespielt in Wolfenbüttel, in der Herrnmannschaft, dann habe ich 20 Jahre lang Bundesliga-Hockeyspiele gepfiffen, Hockey ist mein Hobby und durch Hockey bin ich auch sehr durch die Welt gekommen. Dann interessiere ich mich noch für Geschichte, mach' noch ein bisschen Kommunalpolitik nebenbei, auch das ist ein Hobby von mir.

G:
Letzte Frage: Wer wird Europameister?

Herr Ordon:
Ich hoffe mal die Holländer, weil die Art und Weise, wie die spielen, mir sehr gut gefällt.
Lukas Michels und Marieke Späh



Herr Ensthaler, Große Schule

Und am 24. Juli interviewten ich und diesmal Patrick Klemp Herrn Ensthaler.

Geitelino:
In welcher Weise hebt sich Ihre Schule von den anderen ab?

Herr Ensthaler:
Die große Schule ist mit 900 Schülerinnen und Schülern ein relativ kleines Gymnasium. Man wundert sich immer bei dem Namen, aber der Name hat einen anderen Ursprung: Die Große Schule ist ja eine sehr alte Schule, sie ist schon vor fast 500 Jahren gegründet worden.

G:
War es da auch schon eine Schule?

Herr Ensthaler:
Ja, die große Schule besteht nachweislich seit 1543 hier in Wolfenbüttel.

Ursprünglich war es eine humanistische Lateinschule, und der Herzog von Braunschweig hat sie eingerichtet mit dem Ziel, dass die Schüler dort auch Latein und Griechisch lernen können, um anschließend an der Universität in Helmstedt zu studieren. Die Universität Helmstedt war früher eine ganz berühmte Universität.

Darum nannte man diese Schulen, die Schüler auf ein Studium vorbereiteten, „Herzogliche Große Schulen“. Davon gab es nur ganz wenige im Lande, ich glaube drei, eine davon war unsere.

Den Herzog haben wir nicht mehr, also fällt das „Herzogliche“ weg, und das, was übrig bleibt, ist „Große Schule“. Das erst einmal zur Geschichte des Namens.

Häufig werde ich nämlich gefragt „Aber Sie sind doch gar nicht so groß“, und es freut uns natürlich auch, dass wir nicht so groß sind, sondern überschaubar.

Wenn Ihr Euch mal umseht: Wir haben ein sehr schönes Gelände mit attraktiven und gut ausgestatteten Räumen, einen grünen Schulhof mit vielen Bäumen.

Die Anzahl der Menschen, die hier lernen und arbeiten, ist überschaubar, man kennt sich und geht freundlich miteinander um. Das macht die Atmosphäre dieser Schule aus.

Natürlich haben wir auch heute noch ein ausgeprägtes Angebot an den Fremdsprachen Latein und Griechisch. Gerade Latein ist an den Universitäten noch gefragt. Und Latein ist ja auch die Muttersprache Europas. Viele der englischen Vokabeln z.B. stammen aus dem Lateinischen Ebenso haben die wissenschaftlichen Fachsprachen ihren Ursprung im Lateinischen oder Griechischen .

Natürlich bieten wir an der Großen Schule den kompletten Fächerkanon von den Sprachen bis zu den Naturwissenschaften an.

Etwas Besonderes an dieser Schule sind dann auch noch bestimmte Traditionen. So sind wir stolz auf unseren Schülerturnverein, der jetzt schon etwa 180 Jahre alt ist. Den verwalten die Schüler selbst und bieten zahlreiche Sport-Arbeitsgemeinschaften an sowie einmal im Jahr den Turnerball in der Lindenhalle. Wenn Ihr ein bisschen älter seid, werdet Ihr wahrscheinlich auch dorthin gehen. Da treffen sich dann viele junge Leute, aber auch Lehrer, Eltern – in diesem Jahr waren es ungefähr 1200 Gäste.

Und dann haben wir sogar noch eine alte Schülerverbindung von 1910 mit einem eigenen Raum in der Schule. Hier treffen sich die Schüler jeden Freitagabend.

G:
Auf welcher Schule waren Sie?

Herr Ensthaler:
Ich selbst war auf dem Julianum in Helmstedt. Das ist auch eine relativ alte Schule.

G:
Ich schätze mal, auch mit Latein?

Herr Ensthaler:
Ja, mit Latein, aber auch Französisch. Aber schwerpunktmäßig hatte ich auf der Schule Mathematik und Physik.

Das Julianum ist nicht ganz so alt, es wurde1828 gegründet, und es steckt der Name eines Braunschweiger Herzogs in dem Wort.

G:
Herzog Julius...

Herr Ensthaler:
Genau! Denn die Universität von Helmstedt hieß Julaeum, auch nach Julius. Die musste später auf Befehl Napoleons geschlossen werden - zugunsten von Göttingen. Die Bürger von Helmstedt haben anschließend um die Einrichtung eines Gymnasiums gebeten.

G:
Wie finden Sie es, dass es in Wolfenbüttel vielleicht eine Gesamtschule geben soll?

Herr Ensthaler:
Dazu äußere ich mich prinzipiell nicht. Ich äußere mich nicht über andere Schulen und Schulformen, sondern nur über die eigene. Das kann ich vielleicht als Privatperson machen, aber nicht als Schulleiter. Ich bin Gymnasiallehrer und stehe für das Gymnasium als Schulform; hierüber äußere ich mich gern.

G:
Was halten Sie von dem neuen Konzept Ganztagsschule?

Herr Ensthaler:
Die Große Schule ist seit drei Jahren ein offenes Ganztagsgymnasium. Wir waren das erste Gymnasium in Wolfenbüttel, das schon im Sommer 2005 die Genehmigung dazu bekommen hat. Wir fahren ja auch schon ganz schön viele Ganztagsangebote. Da aber

mit der Verkürzung des Bildungsweges bis zum Abitur von 13 auf 12 Jahre die Zahl der Stunden erhalten bleibt, geht für Euch der Pflicht-Unterricht immer mehr in den Nachmittag hinein. Das haben wir kommen sehen und uns überlegt, wie wir für den Nachmittagsunterricht eine Infrastruktur schaffen können. Jetzt bekommen wir einen Neubau – der Beginn soll noch in diesem Jahr erfolgen -, und in diesen Neubau eingebunden ist eine Mensa. So dass dann die Schüler, die zu uns kommen, tagsüber die freiwillige Gelegenheit haben, etwas zu essen, entweder ein großes Mittagessen oder eine Kleinigkeit in der Pause. Wir werden dann auch noch Freizeiträume schaffen, Stillarbeitszonen, um unseren Schülern Gelegenheit zur Teilnahme an Fördermaßnahmen und zur Hausaufgabenerledigung zu geben. Ich hoffe, dass wir in ein, zwei Jahren dann dieses Konzept umsetzen können.

Dann wollen wir unsere Schülerinnen und Schüler aus der Wallstraße wieder hierher holen, unsere 5. und die 6. Klassen.

G:
Welchen Beruf würden Sie ausüben, wenn nicht Lehrer?

Herr Ensthaler:
Ich wollte seit der 6. Klasse Lehrer werden. In dem Alter habe ich schon gesagt, der Beruf gefällt mir, und dann habe ich das ganz konsequent verfolgt. Ich bin jetzt seit 1975, also seit 33 Jahren, Lehrer und habe es nie bereut. Ich unterrichte gern, ich bin gerne mit den jungen Leuten zusammen, da gibt es so viele tolle Jugendliche, mit denen zu arbeiten einfach Spaß macht.

G:
Was denken Sie darüber, dass es nur noch 12 Schuljahre gibt?

Herr Ensthaler:
Das ist natürlich politisch gewollt. Diese Diskussion gibt es schon seit vielen Jahren. Bis 1953 hatten wir 12 Schuljahre, danach ist es umgestellt worden auf 13, und das ergab auch einen Sinn, weil ja die Fachwissenschaften immer mehr Wissen vermitteln müssen. Insofern stehe ich dem 12jährigen Lehrgang etwas skeptisch gegenüber.

Ich fand eigentlich den 13jährigen Gang zum Abitur richtig und angemessen. Es war alles etwas entspannter, gerade auch für unsere Schüler. Ich habe immer positiv beobachtet, dass sie, wenn sie dann in der 13. Klasse angelangt waren, ein bestimmtes Alter erreicht hatten („erwachsen“) und in ihrer Persönlichkeitsentwicklung gereift waren. So konnte man verstärkt partnerschaftlich zusammenarbeiten.

Die Verkürzung bei gleichzeitiger Beibehaltung der Pflicht-Stunden führt zu einer Verdichtung der Arbeit für alle – auch für Euch. Wir werden uns daran gewöhnen und wollen ja auch durch den Ganztagsbetrieb alles erträglich und zu Eurem Vorteil gestalten, um dann genauso wie bisher zu guten Ergebnissen zu kommen.

Aber es ist natürlich auch eine Forderung aus der Wirtschaft, wo man sagt, die jungen Leute müssen früher in die Arbeitswelt, so wie in den Nachbarländern auch. Dieses Argument ist aber sehr verkürzt, aus zwei Gründen: Einmal erfolgt der Übergang an die Universitäten oder ins Berufsleben ja nicht sofort. Oft ist es so, dass die Zeit, die wir hier gewinnen, dort wieder verloren geht. Und dann kann man die Ausbildungswege in anderen Ländern nicht mit unseren vergleichen. Also: Ich stehe dem Ganzen skeptisch gegenüber.

Aber da wir ja in einer Demokratie leben und der Gesetzgeber das so beschlossen hat und auch einiges dafür spricht, machen wir jetzt mit Euch zusammen das Beste daraus.

G:
Haben Sie schon mal die Schule geschwänzt?

Herr Ensthaler:
Ich glaube nicht.

G:
Na, das ist ja überraschend!

Herr Ensthaler:
Ich habe mich früher nur gefreut, wenn ich mal nicht zur Schule kommen konnte. Denn ich war Fahrschüler, und es gab Zeiten im Winter, da kam der Zug nicht durch, weil der Schnee so hoch lag.

G:
Haben Sie Hobbys?

Herr Ensthaler:
Mein eigentliches Hobby ist die Schule. Mein Beruf lastet mich so sehr aus, zeitlich und auch gedanklich, dass ich mich schwerpunktmäßig mit Schule beschäftige. Hinzu kommt, dass ich zwei Fächer studiert habe, die mir immer viel Spaß bereitet haben, die Fächer Deutsch und Geschichte, und da verschwimmen die Grenzen zwischen dem, was man beruflich tun muss, und dem Hobby oder der Freizeit. Das heißt zum Beispiel, dass ich gerne Geschichte unterrichte, mich aber genauso gerne und intensiv mit Geschichte beschäftige und dazu Bücher lese.

Außerdem treibe ich etwas Sport; früher habe ich Fußball gespielt, davor geturnt.

G:
Stimmt es, dass mehr Mädchen als Jungen auf Ihre Schule gehen?

Herr Ensthaler:
Das gilt, glaube ich, im Augenblick für alle drei Gymnasien. Früher war es so, dass die Große Schule eine reine Jungenschule war. Und auf das Schloss gingen nur Mädchen. Ende der 60erJahre begann man mit der sogenannten Koedukation, also der gemeinsamen Beschulung von Jungen und Mädchen. Es hat dann lange gedauert, bis der Anteil der Mädchen an Gymnasien wuchs, aber inzwischen ist er sogar größer als der der Jungen. Auch bei uns.

Da habt Ihr eine harte Konkurrenz in den Mädchen!

G:
Und die letzte FragHerr Ensthaler: Wer wird Europameister?

Herr Ensthaler:
Wenn Deutschland so spielt wie gegen Portugal, nämlich so konsequent mittelfelddeckend, den Aufbau des gegnerischen Spiels im Ansatz schon stört bei gleichzeitig sehr schnellem Spiel nach vorn, würde ich schon sagen, dass sie am Mittwoch die auch personell geschwächte Türkei schlagen können. Und dann stehen wir im Endspiel, das sieht ja ganz nach Russland aus...

G:
... weil Spanien ja den Druck hat.

Herr Ensthaler:
Ja, so könnte Deutschland durchaus Europameister werden.


Lukas Michels und Patrick Klemp








Leben im Rollstuhl
 
Ein Leben im Rollstuhl stellt man sich sehr schwer vor, aber wie das in Wirklichkeit im Rollstuhl zu sitzen. Daniel Schydlo sitzt seid fast 10 Jahren im Rollstuhl, ist 24 Jahre alt und Studiert an der Uni in Braunschweig. Wir haben im einige Fragen gestellt:
 
Frage 1.      Wie fährst du Auto?
Antwort 1. Statt einer Bremse hat er einen Hebel am Lenkrad. Statt Gas hat er einen Ring am Lenkrad, wenn man darauf drückt gibt man Gas.
 
Frage 2.     Warum sitzt du im Rollstuhl?
Antwort 2. Er hat einen Hüftsalto gemacht und ist falsch aufgekommen.
 
Frage 3.     Wie ist der Alltag im Rollstuhl?
Antwort 3. Der Alltag ist zwar schwer, aber man kann in schaffen.                                                                                                 
Daniel Schydlo
Frage 4.    Warum sitzt du im Rollstuhl?
Antwort 4.Er hat nach einem Fußball spiel einen Hüftschwung gemacht (Salto)
 
Frage 5.     Ist es schwer im Rollstuhl zu Studieren?  
Antwort 5. Ja, vor allem wenn man nicht in die Räume kommt wo man  
 hin muss
 
Frage 6.     Wie hältst du es im Rollstuhl aus, wenn du andere Menschen laufen siehst?
Antwort 6. In den ersten Monaten war es schwer, andere Menschen laufen zu sehen ,aber jetzt ist es leichter.
 
Frage 7.    Was für Sportarten machst du?
Antwort 7.Schwimmen, Leichathletik und verschiedene Ballsportarten.
 
Frage 8.   Wie Schwimmst du?
Antwort 8.Er schwimmt nur mit den Armen.
 
Frage 9.   Wie fühlt es sich an im Rollstuhl zu sitzen?
Antwort 9.Man hat zwar noch ein Gefühl in den Beinen aber nicht mehr wie früher, würde man ihn treten würde er wissen wo man ihn getreten hat, aber es würde im nicht wehtun.
 
                                                                                           
 Frage 10.     Hast du noch etwas zu sagen?
 Antwort 10.Auch wenn man im Rollstuhl sitzt ist man trotz dem ein ganz normaler Mensch.
Von Samira Sieverdingbeck

                    


                                                                                                                  
                       Der anonyme Anruf                
   
 
Es war ein Tag vor den Sommerferien. Tom und Lisa kamen
gutgelaunt aus der Schule. Tom verabschiedete sich von Lisa,                 
 und ging nach Hause.
 
 Lisa steckte gerade den Schlüssel
in das Schlüsselloch, als das Telefon klingelte. Sie rannte in das Haus , schmiss den Ranzen auf den Boden und ging an den     
 Hörer. „Lisa Schmidt?“, fragte sie. Aber es kam keine Antwort.
„Hallo?“, rief Lisa. ,,Hallo, wer ist da?“ fragte Lisa erneut.
Es atmete nur jemand in den Hörer. Es war ein kaltes, unheimliches Atmen. Lisa legte auf, denn ihre Mutter rief sie zum Mittagessen. Nach dem Essen machte Lisa ihre Hausaufgaben. Sie war ganz in ihre Mathehausaufgaben vertieft, als sie plötzlich aufschrekte. Ihr Handy das gerade aufgeladen wurde klingelte.
   Sie nahm den Hörer ab. ,,Hallo wer ist da ?“,fragte Lisa. ,, Hi!
Hier ist Tom.“ ,,Oh ! Hi Tom, wie geht’s dir ? “, sagte Lisa. ,,Oh mir geht es sehr gut !“ sagte Tom durch den Hörer.
,,Ich muss dir unbedingt was sagen!“, sprach Lisa aufgeregt.
Sie fing an zu erzählen:,, Bei mir ...!“ Plötzlich hatte sie kein Netz
mehr.,, Tom ? Bist du noch dran ?“, fragte Lisa. Keine Antwort!
Sie legte auf. Lisa hörte wie ihre Mutter sie rief:,, Lisa räumst du bitte noch mal dein Zimmer auf! Tante Petra kommt heute zum
Kaffeetrinken.“ Oh, nee“, stöhnte Lisa. Also fing sie an es auf – zuräumen. Auf einmal klingelte es Sturm an der Haustür.
Es war Tante Petra, die Lisa immer etwas mit Rüschchen und am
liebsten in rosa mitbrachte.
„Lisa“, rief Tante Petra in einer Jodelstimme, ,, mach mir die Tür auf meine Pupsimausi.“ ,,Oh nein! Sie ist da!“ dachte Lisa.   
Sie rannte die Treppe runter und machte die Tür auf.,, Hallo Lisa, du bist aber groß geworden!“ rief Tante Petra erstaunt. ,,Hallo Tante Petra.“ Sagte Lisa stöhnend.
,,Ich habe dir etwas mitgebracht !“ rief Tante Petra fröhlich,
,, hoffentlich gefällt es dir, mein Mäuschen.“ Widerwillig öffnete Lisa ihre Zimmertür. Sie ahnte schon was sich in dem kleinen Päckchen verbürgen würde und zwar ein ROSA-ROTER- GLITZERDER- LIPPENSTIFT... wie immer.
,,Na, pack schon aus!“ sagte Tante Petra leise und ungeduldig.
Lisa packte ihr Geschenk gelangweilt aus. Und richtig geraten. Es war ein s chöner Lippenstift.
 

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