
Geitelschüler besuchen Landtag

Das Kinderparlament im Landtag
Was macht der Landtagspräsident?
Was meinen die Lehrerinnen?
Was ist los im Leineschloss?
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Premiere im Niedersächsischen Landtag: Eis für alle versprochen
Wolfenbütteler Grundschule besucht Landtag
Gespannt auf die "runden Tische", an denen im Landtag die Leute aus den Städten ganz viel reden müssen waren einige. Andere freuten sich darauf, den Stuhl des Ministerpräsidenten zu sehen: "Der ist bestimmt mit rotem Samt an der Rückenlehne und hat an den Seiten so große vergoldete Armlehnen und der steht einen Meter höher als die anderen Stühle. " Warum? "Damit der den Abgeordneten sagen kann, wann sie aufhören sollen zu streiten."
Durch das besondere Engagement des Landtagsvizepräsidenten Ernst Henning Jahn (CDU) wurde es am Dienstag zwei vierten Klassen der Grundschule Am Geitelplatz möglich, den Landtag zwei Stunden lang von innen zu sehen. Die im Internet vertretene Schule hatte Herrn Jahn in den Computerraum der Schule eingeladen. Als er hörte, dass die Kinder enttäuscht waren, weil andere Grundschüler eine Einladung in den Landtag bei der vorausgegangenen Internetdiskussion mit Landtagspolitikern gewonnen hatten, sie aber nicht, reagierte Jahn spontan: Er organisierte einen Besuchstermin im Landtag binnen kurzer Frist (der normale Vorlauf dauert fast ein Jahr) und spendierte sogar die Busfahrt nach Hannover. Im Landtag nahmen die Grundschüler nicht am üblichen Besucherprogramm teil, sondern wurden auch noch von Jahn persönlich über zwei Stunden lang betreut. Höhepunkt war ein Rollenspiel im Plenarsaal, zu dem gegen Ende sogar der "echte" Landtagspräsident Prof. Rolf Wernstedt (SPD) hinzukam. Er betonte gleich, dass Ernst-Henning Jahn genauso ein "echter" Landtagspräsident sei: "Wir wechseln uns während der Sitzungen alle zwei Stunden ab. Und wer da oben sitzt, der ist dann der echte Landtagspräsident."
 Die Schulkinder waren sich der Würde des Hohen Hauses nicht bewusst, als sie in den Plenarsaal stürmten und anfingen, die Stühle zu zählen. Im Parlamentssaal stellten sie fest, dass der Stuhl des Ministerpräsidenten ganz normal ist, der des Landtagspräsidenten dagegen eher "königlich" (was die gefestigte Demokratie sicher verträgt). Jahn erklärte eineinhalb Stunden lang geduldig, anschaulich und einfühlsam den Ablauf einer Parlamentssitzung und die Aufgaben des Präsidenten. Mit der in dreißig Jahren Landtagszugehörigkeit erworbenen Routine gelang es ihm spielend, die Aufmerksamkeit der über fünfzig Grundschüler zu fesseln. So ernannte er zum Beispiel eine Ministerpräsidentin Paula (10), die auch ans Redepult gebeten wurde.
"Zuerst musst Du mich begrüßen und dann die versammelten Damen und Herren. Und dann sag doch mal: Ich spendiere euch allen ein Eis." Tosender Beifall. Jahn: "Ja, mit angenehmen Versprechen hat man immer den größten Beifall." Paula: "Aber ich gebe gar kein Eis aus!" Buh-Rufe. Jahn: "Ja, da seht ihr, es wird auch nicht alles gehalten, was hier versprochen wird. "Schallendes Gelächter, vor allem bei den begleitenden Eltern und Lehrern. Wortmeldung von Schulleiter Herbert Heisler aus dem Plenum. Jahn: "Ich erteile dem Abgeordneten Heisler das Wort." Heisler: "Aber ich spendiere allen ein Eis...".
 Für jedes Kind hatte Jahn als Abschiedsgeschenk eine Briefmarke mit dem Bild des Niedersächsischen Landtages verteilt. Im Bus nach dem angeschlossenen Zoobesuch in Hannover sinnierte Marcel (10) beim Betrachten dieses Schatzes: "War das jetzt der Raum, den die immer im Fernsehen zeigen? Der war ja viel kleiner in echt oder?" Auf die Antwort, dass es sogar der Raum gewesen sei, in dem die Bestimmer die Gesetze machten, schluckte er überwältigt. "In echt?" Politikunterricht kann man sich anschaulicher nicht wünschen.
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